Führung wirkt

Führung wirkt – Wirksam führen durch mehr Bewusstheit 

Arbeitsthese:

Den meisten Pflegeeinrichtungen fehlt es heute an Führungskräften mit der Kompetenz einen Führungsstil zu praktizieren, der sich positiv auf die (psychische) Gesundheit der Beschäftigten und deren Fluktuation auswirkt. Außerdem fehlt den meisten Beschäftigten die Kompetenz zur eigenen Gesunderhaltung. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Fachkräftesituation und des demographischen Wandels besteht dringender Handlungsbedarf.

Zusammenfassung:

Der demographische Wandel und der damit einhergehende Mangel an Fachkräften ist die größte Herausforderung der Gesundheits- und Pflegebranche. Noch nie war der Wettbewerb so groß, wie aktuell. (Professionell) Pflegende können sich heute nahezu überall bewerben, Jede_r stellt sie ein. Imagekampagnen, Marketingstrategien für den Auftritt in der Öffentlichkeit, Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben u.v.a.m. gehören derzeit zu den Strategien der Arbeitgeber, um Menschen für den Pflegeberuf und für sich als Arbeitgeber zu begeistern.

Egal wie, Arbeitgeber müssen heute alles daran setzen, vorhandene Mitarbeiter_innen für ihren Betrieb zu begeistern. Niemand kann es sich heute mehr leisten, Beschäftigte zu verlieren. Damit das gelingen kann, braucht es einiges (bspw. ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, wettbewerbsfähige Gehaltsstrukturen, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle). Best-practice Beispiele aus der Branche sowie die 1. Platzierung eines Pflegedienstleisters bei „Great place to work“ zeigen, dass es nicht unmöglich ist.

Ein anderer Aspekt, der in der Praxis noch wenig Beachtung findet, zielt auf die Kommunikation sowie die Interaktionen zwischen Führungskräften und Beschäftigten, dem Führungsverhalten ab. Nachweislich besteht ein Zusammenhang zwischen dem Führungsverhalten und der (psychischen) Gesundheit von Beschäftigten. Es bedarf einer Reihe an Kompetenzen, einen Führungsstil zu praktizieren, der sich positiv auf die psychische Gesundheit von Beschäftigten auswirkt (bspw. Aktives Zuhören, Motivierende Kommunikation, Konfliktlösungskompetenzen, wertschätzende Kommunikation). In den aktuell gängigen Bildungsmaßnahmen, die zur Übernahme einer Leitungsfunktion befähigen, werden solche Kompetenzen gar nicht oder nicht ausreichend vermittelt. In der Praxis fehlen sowohl die notwendige Kompetenz, als auch das Bewusstsein bei den Führungskräften für einen gesundheitsförderlichen Führungsstil und für die Wirkung des (Führungs-)Verhaltens auf Beschäftigte. Haben Sie schon mal erlebt, dass sich eine Führungskraft fragt, welchen Anteil sie am Krankenstand der Beschäftigten oder an der Fluktuation Pflegender hat?

Ein gezieltes Coaching kann die Lösung dafür sein, sich der Wirkung des eigenen Führungsverhaltens bewusst zu sein und die Kompetenz, gesundheitsförderlich zu führen, zu erwerben und einzuüben. So können bspw. Kompetenzen vermittelt werden, Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume gesundheitsförderlich zu gestalten oder Wertschätzung / Anerkennung authentisch einzusetzen. Eine solche Veränderung des Führungsverhaltens ist erforderlich, um die Gesundheits- und Arbeitsplatzsituation der Beschäftigten positiv zu beeinflussen.

Arbeitsthese: WER FÜHRT DER WIRKT

Jeder Mensch hat in jeder Interaktion eine Wirkung auf andere Menschen. Führungspersonen haben mit ihrem Verhalten und ihrer Kommunikation immer eine Wirkung auf Beschäftigte. Ob förderlich oder nicht, motivierend oder demotivierend, unterstützend oder hindernd, angenehm oder unangenehm, in jeder Interaktion entsteht eine Wirkung.

Eine weitere wichtige Rolle spielt die Kompetenz der Beschäftigten zur eigenen Gesunderhaltung. Die Neigung sich zu verausgaben, die häufig bei Menschen in helfenden Berufen zu finden ist (und auch gewünscht!), führt in vielen Fällen zur „totalen Erschöpfung“. Ein Blick auf die Zunahme psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung, vor allem aber bei Menschen in Pflegeberufen, legt die Vermutung nahe, dass neben vielen belastenden Faktoren, die direkt in der Arbeit zu verorten selbst sind (bspw. Arbeitsverdichtung, Multitasking, berufsfremde Aufgaben), auch die Kompetenz zur ausreichenden Selbstfürsorge fehlt. Sie erfordert die Fähigkeit zur Selbstreflexion und die Kompetenz, mit belastenden Situationen umzugehen.

Ziel

Entwickelt werden soll ein Coachingkonzept für Führungskräfte. Dieses soll Führungskräfte befähigen, einen Führungsstil zu praktizieren, der sich positiv auf die Gesundheit und die Fluktuation der Beschäftigten auswirkt. Ein in diesem Sinne wirksames Konzept verhilft den Führungskräften dazu, sich stärker ihrer Wirkung / der Wirkung ihres Führungsverhaltens bewusst zu sein. Durch diese Bewusstheit ist es möglich, Führung und Führungsverhalten so einzusetzen, dass es sich positiv auf die Arbeitsplatzsituation der Beschäftigten auswirkt.

Dieses Konzept beinhaltet vor allem folgende Schwerpunkte:

  • Reflexion und Bewusstwerden der eigenen Wirkung
  • Reflexion und Bewusstwerden des eigenen Führungsverhaltens
  • Wirkung beobachten, interpretieren und intervenieren
  • Führungsverhalten
  • Kommunikation
  • Motivierende Gesprächsführung
  • Individuelle Arbeitszeitgestaltung
  • Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsplätze
  • Konfliktlösung (Konflikte frühzeitig erkennen / Konflikte lösen)
  • Achtsamkeitsbasierte Führung

In einem zweiten Schritt soll sich Supervision als ein Angebot zur psychischen Entlastung für Beschäftigte etablieren. Das ist dann erfolgreich, wenn Pflegende dadurch in die Lage versetzt werden, herausfordernde Situationen und / oder Fälle zu reflektieren und sich die Auswahl an zur Verfügung stehenden Handlungsoptionen vergrößert. Das soll dazu beitragen, professioneller im Sinne einer gesundheitsförderlichen Haltung, mit herausfordernden Situationen und / oder Fällen umzugehen.

Fachlich sollten folgende Themen mitbehandelt werden:

  • Schwierige Fälle besprechen
  • Konfliktgespräche einüben
  • Helferpersönlichkeit
  • Methoden einsetzen, die die Selbstreflexion anregen
  • Pflegenden sollen lernen, belastende Situationen zu reflektieren

Wann ist das Ziel erreicht?

Bei Vorliegen eines professionellen und unabhängigen Beratungsangebotes, dessen  Umsetzung dazu beitragen kann, Beschäftigten zum (gesunden) Verbleib in dem jeweiligen Unternehmen und im Pflegeberuf zu motivieren.

Persönliche Beweggründe

Seit insgesamt 18 Jahren bin ich in der Pflege und im Gesundheitswesen tätig.

In den Jahren meiner Berufstätigkeit habe ich immer den Fortschritt im Auge gehabt, den eigenen Fortschritt und den der Branche. So kam es, dass ich mich sehr schnell nach dem Examen zur Gesundheits- und Krankenpflegerin für das Studium entschied. Das Bachelor- und Masterstudium habe ich berufsbegleitend absolviert. So konnte ich immer Theorie und Praxis mit einander abgleichen und wesentliche Erkenntnisse aus beiden Bereichen in meine Arbeit integrieren. Auch das Kennenlernen vieler verschiedener Arbeitsfelder und das Vorankommen im Beruf war mir immer ein wichtiges Anliegen. Etwas zu bewegen ist mein wichtigster Antreiber und Energielieferant.

Aktuell erarbeite ich mir eine berufliche Existenz als Supervisorin und Coach (DGSv*). Die insgesamt 3-jährige Ausbildung dafür habe ich im vergangenen Jahr begonnen.

Die Inhalte meiner Projektidee sind Ergebnis intensiver Überlegungen und Gedankenspiele für einen Auftritt auf dem Markt als Supervisorin und Coach. Sie sind vor dem Hintergrund meiner beruflichen Erfahrungen entstanden und Ausdruck meiner professionellen Wahrnehmung, einen Lösungsaspekt zur Verbesserung der Arbeitssituation von Beschäftigten und Führungskräften im Pflegeberuf zu finden.

Meine Projektskizze soll dazu dienen, Personalverantwortliche aus der Pflegebranche für meine Idee zu begeistern.

Ich suche nach Partner_innen, die meine Arbeit finanziell unterstützen (z.B. in Form einer projektbezogenen Anstellung oder auf Honorarbasis). Außerdem suche ich Führungskräfte, die sich im Sinne des oben beschriebenen Konzeptes weiterentwickeln und sich mit mir gemeinsam an die Arbeit und auf den Weg machen wollen.